Da ich gerade so im Fliegenpilzrausch bin, habe ich nun auch noch welche gebacken. Fluffiger Blätterteig wird mit
Austernseitlingen gefüllt. Dazu kommt cremiger Ziegenfrischkäse und eine ordentliche Portion Thymian.

Ich liebe Fliegenpilze! Daher wollte ich schon lange mal welche backen. Wir stehen nun laut phänologischem Kalender bereits im Winter, auch wenn
der kalendarische fast noch einen Monat hin ist. Es ist kalt, dunkel und ungemütlich. Zeit, um den Backofen anzuwerfen und endlich mal das Rezept
für Pilze im Fliegenpilz umzusetzen, Pilz-Pilze also!
Eigentlich brauchst du nur 1-2 Rollen Blätterteig, je nachdem, wieviel Pilze du machen möchtest. Aus einer Rolle habe ich 6 größere Pilze heraus-
bekommen. Natürlich benötigst du auch eine Pilzfüllung und die machen wir jetzt mal.

Rezept für die Pilzfüllung, reicht für 2 Rollen Blätterteig:
6-7 große Austernseitlinge oder andere Pilze deiner Wahl
1 mittelgroße Zwiebel
2 Zehen Knoblauch
Salz, Pfeffer und Chiliflocken nach Geschmack
100 g Ziegenfrischkäse
1 Prise Zucker
50 g Parmesan
3-4 Zweige frischer Thymian
etwas Olivenöl und ein Klecks Butter
Die Pilze bitte nicht waschen, denn sie saugen Wasser auf. Ich habe Bio-Austernseitlinge bekommen und habe sie nur ein wenig mit dem Messer
abgeschabt. Danach werden sie in möglichst kleine Stücke geschnitten, das macht später das Füllen der Pilze leichter.
Die Zwiebel und die Knoblauchzehen abschälen und in ebenso kleine Stückchen schnibbeln. In einer Pfanne mit etwas Olivenöl werden sie nun
bei mittlerer Hitze angebraten. Sie sollten glasig, aber nicht braun werden.

Die Austernseitlinge kommen jetzt dazu und werden mit angebraten. Eine Prise Zucker darüber streuen und mit Salz, Peffer und Chiliflocken
würzen. Hier kannst du ruhig etwas mehr würzen, denn der Blätterteig ist später im Geschmack eher neutral.
Wenn alles durchgebraten ist, gib den Ziegenfrischkäse dazu und den Klecks Butter und rühre alles gut durch. Zum Schluss streue den Parmesan
ein. Die Thymianblättchen von den Stengeln ziehen und dazufügen. Rühre alles noch einmal durch, nimm die Pfanne vom Herd und stelle
sie beiseite.
Falls du die Fliegenpilze mal flott als Vorspeise zu einem Menü machen willst, kannst du die Füllung schon am Tag vorher machen und kühl
stellen. Falls nach dem Füllen etwas übrig bleibt: Die Füllung ist auch lecker über Nudeln.


Nun kommen wir zu den Fliegenpilzen. Ich hatte keinen Ausstecher, daher habe ich mir zwei verschiedene Pilzformen aus Backpapier geschnitten
und sie als Schablone genutzt. Mach die Pilze nicht zu klein oder schmal, denn sonst wird es mit dem Befüllen eher schwierig.
Ich habe hier fertigen Blätterteig genutzt, ich muss gestehen: Diese Arbeit mache ich mir nicht! Das wird jeder, der diese Teigsorte schon einmal
selbst hergestellt hat, verstehen.
Ich habe ihn auf ein Backblech ausgerollt und kurz ins Gefrierfach gestellt, so lässt er sich viel leichter in Form bringen. Er sollte nur leicht fest
werden, nicht gefrieren.

Jetzt brauchst du noch:
1-2 Rollen Blätterteig
1 Ei
etwas Wasser oder Milch
etwas rote und gelbe Lebensmittelfarbe
Hole den Blätterteig aus der Kühlung und lege ihn auf eine feste, glatte Unterlage. Lege eine Pilzschablone auf den Teig und schneide mit einer
Haushaltsschere die Form nach. Das funktioniert echt prima bei gekühltem Teig.
Lege den Teigpilz auf das Backblech und schneide den nächsten Pilz aus. In diesen Pilz piekst du in das Oberteil einige Löcher als Fliegenpilzpunkte.
Ich habe hier ein Fondant-Werkzeug genutzt, es geht aber auch eine Stricknadel, die Kappe eines Stiftes, etc.
Auf den Pilz, der schon auf dem Backblech liegt, kommt ein Teelöffel der Füllung. Die Außenseite des Pilzes wird etwas mit Wasser oder Milch
bestrichen. Dann kommt der Pilz mit den Löchern obenauf. Schön die Ränder nach unten drücken, um die beiden Pilze zu verschließen. Danach
mit der Rückseite einer Gabel mit den Zinken zusammenpressen, damit die Füllung nicht austritt.

Das Ei wird in einer Schüssel mit etwas Milch verrührt und dabei mit roter und gelber Speisefarbe in der gewünschten Fliegenpilzfarbe eingefärbt.
Mit einem Pinsel das Ei auf die obere Pilzhälfte streichen - fertig!
Verfahre weiter so, bis dein Blätterteig aufgebraucht ist. Die untere Pilzhälfte kannst du noch mit etwas Milch bestreichen und dann ab in den
Ofen mit den Pilzen. Backe sie, bis sie goldbraun sind und duften.
Am besten schmecken sie noch lauwarm, direkt wenn sie aus dem Ofen kommen. Man kommt durchgefroren von einem winterlichen Spaziergang,
kocht sich eine Tasse Tee und isst sie lauwarm aus der Hand. Die Löcher kannst du noch mit einem Klecks Ziegenfrischkäse verschließen, wenn
du magst.
Falls du Rezepte nachmachen oder hier verwendete Kräuter ausprobieren möchtest, lies bitte dazu den Disclaimer.
Anderes Leckeres für diese Jahreszeit gibt es hier:
Gewürzzapfen nach Hildegard v. Bingen
Herzhafte Rosmarin-Parmesan-Kekse
Die Kaki, ein Kaki-Kuchen, Kaki-Brot, kaki-bread
Orangen-Sonnenkuchen mit Wintersonnenwend-Gelee
Cranberry-Orangen-Hand-Pies, Cranberry-Pie-Lollis
Maronen und ein Maronen-Schokoladen-Gugelhupf
Blutorangen-Tarte mit Orangen-Curd und kandierten Orangenscheiben
Quitten-Honigkuchen mit Lavendel
Weihnachtliche Cranberry-Schneckchen
Zimt-Kardamom-Schnecken Orange/ Ringelblume
Herbstliche Apfel-Gewürz-Schnecken
