Es wird kühler und wir nähern uns der Zeit der Viren, Bakterien, der Wehwechen und der Erkältungen. Ein wohltuender
Honig mit Kräuter-Power kann uns vor vielem bewahren oder uns bei der Heilung unterstützen.

Das der Honig von den Bienen stammt, ist nicht neu, aber hier sind noch einige interessante Infos zum Honig. Das Wort Honig kommt eigentlich
aus dem indogermanischen und bedeutet "goldfarben." Ein Glas Honig von 500 g bedeutet, dass die kleinen, fleißigen Bienen ca. 2 Millionen
Blüten angeflogen sein müssen. Eine ganze Menge..., es wird aber nicht nur der Nektar der Blüten eingesammelt, sondern auch der Honigtau,
ein von anderen Insekten ausgeschiedenes, zuckerhaltiges Produkt. Schon beim Sammeln wird beides von der Biene verarbeitet und mit
Sekreten vermischt und in der kleinen Honigblase gesammelt.
Es gibt viele Arten von Honig, ob Heidehonig, Waldhonig, Akazienhonig, von Obstblüten oder vom Raps. Ich mag total gerne den leichten
Akazienhonig und den dunklen, malzig-kräftigen Waldhonig - aber das ist Geschmackssache. Süß sind sie alle, aber es steckt auch eine Menge
ihn ihnen. Sie enthalten zuerst mal eine Menge verschiedener Zucker, wie Fruchtzucker, Saccharose, Maltose - welche Zuckersorten in ihm stecken,
das entscheidet die Art der Blüten, die abgeerntet wurden.
Daneben sind Enzyme aus dem Speichel der Biene enthalten, wie Invertase, Amylase und Diastase. Diese wirken verdauungsfördernd und
antibakteriell. Ebenfalls fügen sie dem Honig Inhibine zu, die entzündungshemmend wirken und erkältungslindernd wirken. Inhibine sind
Stoffe, die die Wirkung von anderen Stoffen hemmen.
Auch Antioxidantien sind im Honig vorhanden, die freie Radikale abfangen und das Risiko für Asthma, Arteriosklerose oder Rheuma mindern.
Flavonoide, die Farbstoffe aus Blütenpollen oder Propolis stärken die Gefäße, besitzen krampflösende Wirkung, wirken antiviral oder helfen
gegen Entzündungen und Histamin. Auch Bitterstoffe sind Flavonoide, so sind bittere Honige wie der Manukahonig besonders gesund.
Nun kommen noch Mineralien, wie Calcium, Magnesium, Natrium oder Phosphor dazu und Vitamine, wie Vitamin C, B1, B2, B6, Folsäure
und Biotin. Honig besitzt auch einen Anteil an Säure, durch den leicht sauren ph-Wert können bestimmte Mikroorganismen nicht überleben,
so wirkt Honig auch antimikrobiell. Ebenfalls sind Aminosäuren enthalten, wie das Prolin. Dieses hilft z. B. bei der Bildung von Hämoglobin.
Acetylcholin wirkt verdauungsanregend, steigert die Bildung von Drüsensekreten und erweitert die Blutgefäße, so hilft es bei der Senkung
des Blutdrucks. Dann sind noch über 100 Aromastoffe im Honig unterwegs, die die anderen Stoffe unterstützen.

In Spanien fand man archäologische Hinweise auf das Honigsammeln schon in der Altsteinzeit, d. h. Menschen sammeln und nutzen den süßen
Honig seit ca. 2.5 Millionen Jahren..., den ersten Bienenkorb fand man auf der griechischen Insel Santorini in Akrotiri, er soll aus der Zeit von
ca. 1620 v. Chr. stammen. Hippokrates setzte ihn als Heilmittel ein, in alten Gräbern der Ägypter fand man Honig und er wurde wohl auch bei der
Mumifizierung genutzt. Er wird im Koran beschrieben und im Ayurveda gilt er als Rasayana, als beruhigendes, verjüngendes, stärkendes Mittel,
welches die 3 Doshas ausgleichen kann.
Auch das Oxymel ist ca. 2000 - 3000 Jahre alt, der berühmte Sauerhonig. Zusammen mit Kräutern, Blüten, Gewürzen und Essig entfaltet der Honig
dort seine gesundheitsfördernde und heilende Wirkung. Ganz unten findest du einige links zu Oxymel und Co.
Wir pimpen heute den gesunden Honig, um ihn noch besser zu machen und machen daraus ein Elektuar. Elektuare sind pulverisierte Kräuter, Blüten,
Wurzeln oder Gewürze, die man mit etwas Süßem - wie dem Honig - vermischt. Schon bei Hippokrates kannte man Elektuare, sie blicken also
auf eine lange Medizingeschichte zurück. Dabei kann man Kräuterpillen daraus herstellen oder es eben mit flüssigen Honig vermischen, wie hier.
Pack ihn auf ein Toast, in deinen Tee, nimm ein Löffelchen zwischendurch, rühre ihn in dein Müsli..., gerade in der kommenden Erkältungszeit ist er
wohltuend. Hier findest du noch ein Kamillen-Ingwer-Honig, infused honey und hier ein Immun-Elektuar oder die Beruhigende Kräuter-Pillen.
Ich habe hier alle Rezepte für ein kleines Glas aufgeschrieben mit einem Inhalt von 125 g, denn ich mag Abwechslung. Und so beginnen wir mit einem:
Salbei-Rosmarin-Zitronen-Kräuter-Honig:
frische Salbeiblätter
frischen Rosmarin
Zitronenschale 1/2 Bio-Zitrone
ca. 100 ml Honig nach Wahl - flüssig
Nimm frische Salbeiblätter und schneide sie klein. Streife vom Rosmarin die Nadeln von den Ästchen und zerkleinere sie ebenfalls oder geh mit
dem Nudelholz darüber. So brechen die Zellen auf und die Inhaltsstoffe können besser in den Honig übergehen.
Von der Bio-Zitrone schälst du eine Hälfte der Schale dünn ab und gibst sie mit den Kräuter in ein Glas. Übergieße das Ganze mit dem flüssigen
Honig. Nutze einen Honig, den du gerne magst. Er sollte flüssig sein, denn die Kräuter sollten sich im Glas bewegen können. Rühre die Kräuter
im Honig um und verschließe das Glas. Die Kräuter sollten mind. 2-3 Wochen im Honig bleiben. Dann hast du 2 Möglichkeiten: Entweder hast du
die Kräuter und Zitronenschale sehr fein gehackt, dann kannst du sie im Honig lassen, wenn dich die Stückchen nicht stören. Ansonsten
wird der Honig abgefiltert. Durch ein Teesieb kannst du ihn von den Kräutern befreien. Da Honig aber dickflüssig ist, dauert das einige Zeit und
es klappt leider auch nicht ganz ohne Honigverlust. Da brauchst du etwas Geduld.
Hast du Honig, der schon kristallisiert ist? Dann stelle ihn in ein warmes Wasserbad und warte, bis sich die Kristalle lösen. Mach es aber nicht zu
heiß - sonst gehen wichtige Inhaltsstoffe des Honigs flöten. Dies gilt auch, wenn du deinen Honig in eine heiße Milch oder in den Tee rührst,
je wärmer deine Flüssigkeit ist, desto weniger hast du von der Honigwirkung. Ideal für den Honig sind nicht mehr als 40 Grad.

Der Honig ist einfach so sehr lecker, eignet sich aber durch den Salbei auch bei Heiserkeit, Husten, Halsschmerzen, er wirkt durch die Kräuter
antibakteriell, schmerzlindernd und entzündungshemmend. Der Rosmarin ist ebenfalls entzündungshemmend, wirkt krampflösend auf die
Verdauungsorgane, ist durchblutungsfördernd, ist schmerzlindernd bei Kopfschmerzen und hilft bei Kreislaufproblemen und kurbelt das
Gedächtnis an.

Dann hätten wie einen super-leckeren:
Rosen-Zimt-Kardamom-Kräuter-Honig
1-2 TL getrocknete Rosenblütenblätter
1 TL Kardamompulver
1 gehäuften TL Zimtpulver
ca. 100 ml Honig nach Wahl
Mich stören die Rosenblütenblätter später im Honig nicht, denn sie quellen auf und werden weich. Du kannst sie aber auch mit einem Mörser
oder mit einem elektrischen Mixer mahlen.
Dieser Honig wird relativ dicht, denn die Pulver quellen auf, so dass es später eher aussieht wie eine feste Paste.
Gib Rosenblätter, Kardamom und Zimtpulver zusammen in das Glas, fülle mit Honig auf und verrühre es vor dem Verschließen gut.

Die Rosenblüten enthalten Gerbstoffe, die entzündungshemmend auf die Schleimhäute in Hals und Rachen wirken. Sie helfen der Verdauung,
der Menstruation und wirken beruhigend und entspannend auf das Nervensystem, lösen Ängste und bringen wieder in die Balance.
Zimt regt den Appetit an, wärmt, er wirkt verdauungsfördernd, entzündungshemmend, reguliert den Blutzucker und stärkt das Immunsystem.
Achte darauf, dass du den Ceylon-Zimt und nicht den Cassia-Zimt nutzt. Cassia Zimt enthält einen hohen Anteil an Cumarin, die - regelmäßig
genossen - leberschädigend wirken können. Der Ceylon-Zimt besitzt nur einen kleinen Anteil an Cumarin.
Kardamom besitzt ebenfalls entzündungshemmende und verdauungsfördernde Eigenschaften, wirkt zusätzlich stimmungsaufhellend,
senkt den Blutdruck und hilft dem Herzen.

Auch sehr lecker ist der:
Rosen-Tulsi-Orangen-Kräuter-Honig:
1 TL Rosenblüten, getrocknet
1 TL Tulsi, getrocknet
2-3 Stücke von der Schale einer Bio-Orange
ca. 100 ml Honig nach Wahl
Du kannst wieder die Blüten und den Tulsi zermahlen. Die Bio-Orange dünn schälen und zusammen mit den Kräutern in das Glas geben, mit
Honig auffüllen und rühren, verschließen.

Die Wirkung von Rosenblüten habe ich ja oben beschrieben. Tulsi ist das Indische Basilikum und gilt als Adaptogen. Falls du schwanger bist,
verzichte bitte auf Tulsi, denn es hat eine abtreibende Wirkung.
Aber sonst hat Tulsi eine Menge zu bieten: Als Adaptogen hilft es deinem Körper besser mit Stress umzugehen, wenn es länger und regelmäßig
eingenommen wird. Es hilft dem Immunsystem, besitzt entzündungshemmende, antibakterielle und verdauungsanregende Eigenschaften.
Es entgiftet, kann bei Fieber und Husten lindernd sein, hilft dem Gedächtnis und kann bei Allergien und Schlafproblemen helfen.

Ein weiterer spannender Honig ist der beruhigende:
Blue Lotus-Lavendel-Zitronenmelissen-Kräuter-Honig:
1-2 Blüten des Blue Lotus, getrocknet
1 1/2 TL Lavendelblüten, getrocknet
1 TL Zitronenmelisse, getrocknet, sonst einige Blätter frisch
ca. 100 g Honig nach Wahl
Den Blauen Lotus zerpflücken, die frischen Blätter der Zitronenmelisse ebenso. Ansonsten die getrockneten Zutaten etwas anmörsern.
Alles zusammen ins Gläschen füllen, mit Honig auffüllen, rühren und verschließen.

Da ich manchmal nicht so gut ein-, bzw. durchschlafen kann, habe ich mir diesen Honig gezaubert. Die Zitronenmelisse schmeckt super, sie
hat aber auch eine krampflösende, entspannende und beruhigende Wirkung. Sie hilft also bei Stimmungsschwankungen, balanciert aus
und ist unterstützend bei Schlafproblemen. Ebenso hilfreich bei Schlafstörungen ist der Lavendel, er hilft gegen Ängste, ist gut bei Anspannung
und Unruhe, er hebt die Stimmung in kleinen Schieflagen, gleicht aus.
Der Blaue Lotus enthält mehr als 20 verschiedene Antioxidantien. Die wichtigsten Wirkstoffe sind die beiden Alkaloide Apomorphin und Nuciferin.
Es handelt sich um einen Dopaminagonisten, also einen Stoff, der im Gehirn die Wirkung von Dopamin nachahmen kann und so den Mangel dieses
Botenstoffs ausgleicht. Es ist also ein Ersatz des Dopamin, unseres Glücklichmachers.
Das Nuciferin ist mit dem Apomorphin verwandt, besitzt eine entzündungshemmende Wirkung und man forscht momentan an der Umkehrung
von Leberschäden, Behandlung von Diabetes 2, Tumorhemmung. Blue Lotus ist beruhigend und ausgleichend, wirkt auch auf die Muskulatur,
macht sie weicher und entspannter.

Zunächst kommt ein etwas exotischer Honig:
Blue Pea oder Schmetterlingserbsenblüten-Kräuter-Honig:
2 TL Blue Pea, Schmetterlingserbsenblüte
ca. 100 ml Honig deiner Wahl
Die Blüten gibt es als gemahlenes Pulver zu kaufen oder als Kraut mit der kompletten, getrockneten Blüte. Ich hatte das Kraut und hab es
einmal grob in der elektrischen Kaffeemühle durchgemahlen.
Fülle das grobe Pulver in das Glas, fülle mit Honig auf, rühre um und verschließe das Glas.

Den Schmetterlingserbsenblüten-Tee kenne ich aus Thailand, dort ist er als knallblauer Anchan-Tee bekannt. Auch im Ayurveda wird der Tee
genutzt. In der EU ist der Tee, wie der Cistustee nicht als Lebensmittel zugelassen, er gilt nur als Nahrungsergänzungsmittel.
Die blaue Farbe des Tees und auch der wunderschönen Blüten weist darauf hin, dass in der Pflanze eine Unmenge Anthocyane enthalten sind.
Sie besitzt antivirale, antimikrobielle und entzündungshemmende Wirkung, soll die kognitive Gedächtnisfunktion steigern, für einen gesunden
Schlaf sorgen, stimmungshebend wirken, das Immunsystem steigern, Schmerzen und Schwellungen lindern, und soll sogar gegen Staphylococcus
Aureus helfen, welches größtenteils schon antibiotikarestistent ist. Geschmacklich ist er als Tee so "lala", aber in Honig funktioniert er für mich.


Zum Schluss kommt nun noch ein:
Kamillen-Rosen-Beifuß-Orangen-Kräuter-Honig
1 TL Kamillenblüten, getrocknet
1 TL Rosenblüten, getrocknet
1 TL Beifuß, getrocknet - nicht während der Schwangerschaft und während der Stillzeit
2-3 Stückchen von der Bio-Orangenschale
ca. 100 ml Honig nach Wahl
Alle Kräuter etwas anmörsern und zusammen mit der dünn abschälten Orangenschale zusammen in ein Glas geben und mit Honig auffüllen.
Umrühren und verschließen.


Die Rosenblüten habe ich oben bereits beschrieben. Die Kamillenblüten sind entzündungshemmend, beruhigend, krampflösend und
antibakteriell und helfen bei Magen- und Darmbeschwerden, Muskelkrämpfen - auch bei der Menstruation. Seelisch lösen sie Unruhe und
Angstzustände und nervöse Zustände und entspannen die Blutgefäße. Der Beifuß hilft der Verdauung, lindert Krämpfe, wirkt entzündungshemmend
auch bei Gelenkschmerzen, ist durchblutungsfördernd und wärmend.

Für alle Honige gilt: Immer mal die Gläschen schwenken und kurz so stehen lassen, so können sich Pflanzenteile die oben auf liegen wieder mit
dem Honig vermischen und alles bleibt in Bewegung. Ziehzeit: Mindestens 2-3 Wochen oder eben die Pflanzenteile im Honig lassen. Den Honig
mit Kardamom und Zimt kann man nicht abfiltern.
Und dann: Ein Teechen kochen, 1-2 Löffel in den (lauwarmen) Tee geben und schon hast du etwas Selfcare betrieben und dir etwas Gutes getan!
Bitte lies den Disclaimer, wenn du die Rezepte nachmachen oder Pflanzen - egal welcher Art - ausprobieren möchtest.
Andere tolle Sachen mit Honig:
Pomonas Apfel-Basilikum-Oxymel
Weihnachts-Oxymel mit Cranberries
Sommerbeeren-Oxymel mit Rose und Mädesüß
Kamillen-Ingwer-Honig, infused honey

