Kennst du den Duft von Rosenweihrauch? Nein? Dann zeige ich dir hier, wie du ihn selber machen kannst.

Irgendwann - es ist schon Jahre her - war ich mal in Griechenland und habe mir dort Rosenweihrauch gekauft. Dieser wird dort auf dem Berg
Athos, dem Heiligen Berg hergestellt. Er liegt auf dem östlichen Finger von Chalkidiki und ich bin dort mit dem Schiff vorbeigeschippert.
Frauen dürfen den Berg nicht betreten, denn dort leben fast nur Mönche in etwa 20 verschiedenen Klöstern. Das weibliche Geschlecht darf
übrigens nur von Hühnern und Katzen vertreten sein, alle anderen Tiere sind nur männlich :) Die Mönchsrepublik ist autonom und gehört
mittlerweile zum UNESCO-Weltkulturerbe. Etwa 10 männliche Besucher dürfen täglich einreisen und auch das nur nach Visaerteilung in
Thessaloniki und mit einem gestrengen Verhaltenskodex.

Vor einiger Zeit bin ich online wieder auf den Rosenweihrauch gestossen und hab ihn mir bestellt. Aber ich bin mir nicht sicher, ob es sich dabei
noch um "Echten Rosenweihrauch" handelt, denn er ist nicht unbedingt teurer als der Weihrauch. Doch wer sich mit ätherischen Ölen auskennt,
wird da schnell stutzig - kostet doch mittlerweile 1 ml des reinen Rosenöls etwa 30 Euro, der Liter-Preis liegt für ein gutes Bio-Öl bei etwa 30.000 Euro.
Für 1 ml Rosenöl müssen etwa 5 kg Rosenblüten dran glauben, und wer mal eine Blüte gewogen hat, wird feststellen, dass das eine ganze Menge
Blüten sein müssen. Also bin ich mir sicher, dass es sich mittlerweile um synthetischen Rosenduft handelt und das will ich eigentlich nicht einatmen.

Also mache ich das, was ich immer mache, wenn mich ein Produkt nicht mehr ganz überzeugt: Ich mache es halt selber!
Zuerst habe ich mir einen Weihrauch aus dem Sudan vom Roten Meer (Boswellia papyrifera) bestellt und wundervolle, getrocknete Bio-Rosenblüten.
Rosenöl und Rosenhydrolat hatte ich noch zu Hause.

Für 10 - 12 Räucherkegel oder Räucherkugeln brauchst du:
4 EL getrocknete Rosenblütenblätter
4 EL Weihrauch
1/2 TL Gummi arabicum
ca. 1 TL Honig
50 Tropfen ätherisches Rosenöl
Rosenhydrolat nach Bedarf
Den Sudan-Weihrauch habe ich gewählt, da dieser schon etwas süßlich-balsamisch duftet und so die Rose unterstützt. Wenn du mehr über
Weihrauch wissen magst, schau doch mal hier bei der Weihrauch-Rosen-Salbe.
Die Weihrauchstücke müssen jetzt im Mörser fein vermahlen werden. Nimm bitte in diesem Fall kein elektrisches Mahlwerk, denn dieses
verklebt mit dem Weihrauch durch die Hitzeentwicklung beim Mahlen.

Die Rosenblüten müssen ebenfalls fein vermahlen werden. Dazu habe ich eine elektrische Kaffeemühle genutzt, die ich nur für Blüten und
Kräuter nehme. Siebe dir 1 guten TL davon ab, darin werden die Kegel nachher gewälzt.
Gib das Blüten- und das Weihrauchpulver in eine Schale und vermische das Ganze mit dem Gummi Arabicum. Dieses gibt es schon als Pulver zu
kaufen oder eben in Stückchen, die ebenfalls gemahlen werden müssen. Das Gummi ist der Wundsaft von Akazien-Bäumen, der nach Verletzung
der Rinde zu blasenartigen Auswüchsen aushärtet und hier in den Räucherkegeln als Bindemittel dient.
Nun fügst du den Honig hinzu und vermischt alles. Gib das Rosenöl hinein und rühre weiter. Füge nach und nach einige Tropfen Rosenhydrolat
unter die Mischung und mache die Handprobe. Gib einen Teelöffel in deine Hand und presse die Masse zusammen. Pappt alles zusammen?
Prima, dann ist die Rosen-Weihrauchmischung fertig. Fällt alles noch auseinander: Warte 10 min, dann quillt das Gummi etwas mehr auf und
gib noch etwas Hydrolat dazu. Wenn du kein Hydrolat hast, geht auch Wasser. Wiederhole die Prozedur, bis alles zusammenklebt.

Bei solchen Rezepten bedauere ich wieder, dass es immer noch kein Duft- Internet gibt :)
Zum Formen der Kegel empfehle ich dir dir Hände leicht feucht zu halten, dann klebt nicht alles an deiner Haut. Gib etwas von der Masse
in deine Handmulde und presse sie zusammen, dann formst du mit Daumen und Zeigefinger der anderen Hand einen Kegel oder eine Kugel.
Hält alles gut zusammen, wälze dein Räucherwerk in den fein gesiebten Rosenblüten, die du vorhin aufgehoben hast. Verfahre so mit der Masse,
bis sie aufgebraucht ist. Stelle deine Kegel auf einen Teller oder ein Brett und lasse sie - je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit deiner Wohnung -
2-4 Tage austrocknen.

Nun ist dein Rosenweihrauch räucherbereit. Du kannst deinen Kegel direkt auf Kohle räuchern und sofort entfaltet sich dieser unglaubliche
Duft. Ich räuchere ihn auch gern auf einem Sandbett, so wird der Duft nach und nach abgegeben und er verbrennt nicht so schnell.
Auf dem Räuchersieb ist er nicht empfehlenswert, da er durch den Weihrauch das Sieb verklebt, du kannst aber eine kleine Kupferplatte auf
das Sieb legen und ihn so verräuchern.

Er duftet würzig und blumig und wirkt sehr entspannend und beruhigend. Er eignet sich, um nach einer Reinigungsräucherung die Räume
zu harmonisieren, zur Meditation oder um Inspiration für kreative Projekte zu finden.
Durch die Rose besitzt er auch eine herzöffnende Wirkung, er fördert die Herzensenergie, unterstützt z. B. Kakaozeremonien oder Liebesräucherungen -
er schafft einfach eine warme, liebevolle Atmosphäre, die Angst, Trauer oder Unruhe vertreibt.
Rosenweihrauch wurde schon im alten Ägypten genutzt und ebenfalls im Ayurveda. Er ist das Symbol von Reinigung und Reinheit und wurde den
Göttern verehrt. Man stellte Parfums und kostbare Öle aus ihm her und er stand mit der Göttin Aphrodite, der Göttin der Liebe und Schönheit
in Verbindung.
Das Ritual:
Also, tu dir etwas Gutes! Entzünde dir einen Räucherkegel des Rosenweihrauchs, mache ein Teeritual der Selbstliebe, koche dir einen Kakao mit
Rosenblättern und Zimt oder eine Lavendel-Milch. Du kannst auch einen Schuss von Aphrodites Rosen-Vanille-Sirup oder einen der Kräuter-
Honige in den Kakao oder Tee geben.
Mache es dir gemütlich, höre entspannende Musik, konzentriere dich auf die Energie deines Herzens und atme den Duft der Rose tief ein, bis in
dein Herz. Stelle dir vor, wie der Rosenduft dein Herz öffnet, lasse die Energie durch dich hindurchfließen. Halte die Energie dort für einen Moment
und wenn dein Herz fast platzt, dann lasse dein Herz ein Sender sein. Gib die Energie frei und schicke sie hinaus in die Welt - zur Natur, zu deinen Tieren,
zu Menschen, die dir etwas bedeuten oder bei denen es gerade nicht gut läuft und lasse es fließen. Wir haben es alle so nötig im Moment ...
Wenn du Rezepte hier vom blog nachmachen möchtest, lies bitte dazu den Disclaimer.
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