Es leuchtet gelb auf den Wiesen und Wegrändern und das liegt nicht nur am Löwenzahn. Zur Zeit blüht das Schöllkraut
und damit machen wir heute eine Tinktur.

Das Schöllkraut (Chelidonium majus) gehört zu der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). Es blüht etwa von Mai bis zum Oktober und liebt
stickstoffhaltige Böden. So wächst es gerne am Wegesrand oder auch an Häusern, Schuttplätzen und Feldrändern.
Es enthält ca. 30 Alkaloide (Typ Benzylisochinolin), Apfelsäure, ätherische Öle, Bernsteinsäure, Bitterstoffe, Chelidonsäure, Flavone, Saponine und
Eiweißspaltende Enzyme. Wird das Schöllkraut verletzt, tritt aus den Stängeln oder Blättern ein gelb-oranger Milchsaft aus, der sehr stark färbt.
Dies liegt an einigen Alkaloidsalzen, Vorsicht also beim Pflücken - der Saft färbt Haut und Kleidung.
Schon früher wurde der Saft gegen Warzen oder andere Hautwucherungen verwendet, denn er wirkt antiviral und schwach giftig auf menschliche
Zellen.


Auch eignet sich der Milchsaft für hartnäckige Hornhaut oder Hühneraugen, am besten wird der frische Saft mehrfach täglich auf die betroffenen
Hautstellen getupft. Aber für die Winterzeit kann man eben eine Tinktur ansetzen. Da die Inhaltsstoffe dort reduziert sind, dauert die Behandlung
etwas länger. Die Pflanze trägt auch die Namen Warzenkraut, Goldwurz und Tüfelsmilch, da die giftigen Pflanzen gerne mal dem Teufel persönlich
zugeordnet werden. Und auch unter dem Namen Hexenmilch war sie bekannt. Als Glaucionsalbe gibt es Chelidonium auch zu kaufen, die gelbe
Hautverfärbung verblasst bald wieder nach dem Absetzen.
Falls du schnell allergisch reagierst oder deine Haut schnell gereizt ist, solltest du das Schöllkraut erstmal testen, denn es kann zu einer Kontakt-
dermatitis kommen. Dann einfach den Pflanzensaft oder die Tinktur absetzen.
Auch wenn die Pflanzen als Giftpflanze gilt, ist sie auch eine wertvolle Heilpflanze für die Galle und die Leber. In der Signaturenlehre wurden gelbe
Pflanzen zu Organen des Oberbauchs gerechnet, z. B. für die gelbe Galle.

Solltest du Schöllkraut innerlich einnehmen wollen: Bitte nimm dafür geeignete Fertigprodukte aus der Apotheke. Da die Pflanze Alkaloide
enthält, sollte man dort auf standartisierte Produkte zurückgreifen, denn dort ist der Alkaloidgehalt errechnet, was bei einer wilden Pflanze eben
nicht funktioniert. Je nach Standort, Klima und Boden kann eine wilde Pflanze eben mehr oder weniger Alkaloide oder auch andere Inhalts-
stoffe ausbilden. Bei Verzehr der frischen Pflanze kann es zu Brennen in Speiseröhre und Magen, Erbrechen, Kreislauf- und Atemstörungen
kommen, ebenso zu Kreislaufversagen.

Für die Schöllkraut-Tinktur brauchst du:
Schöllkraut, also Stängel, Blätter, Blüten
Alkohol mit mindestens 40 %, also ein Vodka oder Korn
oder Apothekenalkohol (Ethanol) 60-70 %
Ich nehme für Tinkturen von Frischpflanzen mittlerweile einen Alkohol von 60-70 % und verdünne ihn später, denn frische Pflanzenteile enthalten
auch viel Wasser. Für das Pflücken kannst du Handschuhe nutzen. Ich bin da nicht so empfindlich, daher pflücke ich das Kraut so und nehme
die gelben Finger in Kauf :)
Das Schöllkraut zerkleinern und in ein Glas mit Alkohol füllen. Ich nehme auf meine Spaziergänge immer ein Gläschen mit, denn man weiß
ja nie, was man findet. Gut schütteln und dann zu Hause an einem hellen Ort aufbewahren (keine Sonneneinstrahlung). Immer wieder mal
Schütteln, damit alle Pflanzenteile gut gemischt werden. Nach 2-3 Wochen Ziehzeit durch ein feines Sieb in ein frisches Fläschchen, am besten
mit Tropfenpipette umfüllen.
Zur Anwendung 2-3x täglich die Schöllkraut-Tinktur auf die betroffene Stelle auftupfen und trocknen lassen. Die umgebende Haut sollte dabei
trocken bleiben. Wir wollen nur die Stelle reizen, nicht die gesunde Haut. Es kann einige Zeit dauern, bis die Hautwucherung aufgibt, deshalb
dranbleiben...
Bitte lies den Disclaimer, wenn du die Rezepte nachmachen oder Pflanzen - egal welcher Art - ausprobieren möchtest.
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