Letztens habe ich selbstgemachten Rosenweihrauch vorgestellt. Der kam ziemlich gut bei euch an.
Wie wäre es jetzt mit einem fruchtigen Orangenweihrauch?

Der Rosenweihrauch ist bei euch so gut angekommen, dass ich gleich noch einen Orangenweihrauch hinterher schiebe. Auf dem Heiligen Berg,
dem Berg Athos in Griechenland wird neben dem Rosenweihrauch auch ein anderer Weihrauch hergestellt. Zusammen mit Zitronenöl ensteht
ein frischer, fruchtiger, klarer Duft, der frischen Wind in die eigenen 4 Wände bringt - der Lemon-Weihrauch.
Da es aber nun langsam in die Vorweihnachtszeit geht, habe ich mich für einen Orangenweihrauch entschieden. Nicht ganz so scharf und klar
in der Wirkung, aber fruchtig, warm im Duft und mit der hellen Sonnenenergie für die kommenden dunklen Nächte. So kommt Licht in trübe
Wintertage, die uns manches Mal traurig, müde und melancholisch stimmen. Der Weihrauch wirkt direkt auf das Solarplexus-Chakra, unsere eigene
kleine Sonne, unser Sonnengeflecht kurz über unserem Bauchnabel. Das Chakra heißt Manipura und bedeutet "Ort des leuchtenden Edelsteins
oder leuchtendes Juwel." Dort sitzt eines unserer Hauptenergiezentren, unser Feuer, unsere Kraft und unser Mut in die eigene Macht zu kommen
und dort verläuft auch der wichtige Vagus-Nerv, der für alle wichtigen Organe zuständig ist und dem Parasympathikus zugeordnet ist.
Unser Verdauungsfeuer "Agni" - so lt. der hinduistischen Religion, sitzt dort ebenfalls. Agni ist eigentlich der Feuergott, der Gott der Sonne und
der Blitze.
Ist unser leuchtendes Juwel blockiert, kann es zu Problemen mit der Verdauung kommen, aber auch unterdrückte, nicht beachtete, nicht
bearbeitete Emotionen müssen angesehen und "verdaut" werden. Hier sitzt auch die Möglichkeit empathisch zu sein, aber sich auch abzugrenzen,
eine gesunde Grenze zwischen der eigenen Persönlichkeit und der Umwelt zu ziehen.
Die Erlebnisse von Kindheit und Jugend sollten integriert werden. Werden die Dinge nicht angeschaut, kann jemand nicht in seine Kraft gehen.
Er ist das ewige Opfer seiner Erlebnisse und kommt nicht auf die Idee in die eigene Verantwortung für sein Leben und seine Seele zu gehen.

Die Orange wirkt auf unser Sakral-Chakra, unser 2. Chakra Svadhistana, übersetzt das Süße und Liebliche. Es sitzt etwa eine Handbreit unter
dem Bauchnabel und gehört zum Element Wasser, denn hier fließt unsere Lebensenergie, dort wir befinden uns im Fluss. Dort sitzt unsere
Kreativität, unser Schöpfertum, Ideenreichtum, auch unser Begehren, unsere Lebendigkeit, unsere Emotionen und unsere Lust und Sexualität.
Orange ist seine Farbe und der Duft der Orange wirkt heilend und entblockierend auf unser Svadhistana.
Ist das Chakra blockiert, kann sich das in körperlichen Problemen wie Müdigkeit, Potenzstörungen, Nieren- und Blasenproblemen, Hüftschmerzen
und Blockaden der unteren Wirbelsäule bemerkbar machen. Aber auch der Verlust von Freude, Vitalität kann sich zeigen oder die Angst mit anderen zusammenzukommen, sich auszuprobieren, Intimität und Berührung zuzulassen. Manch einer fühlt sich isoliert und von seinen Emotionen
abgeschnitten, als nicht lebendig. Meist entstehen diese Blockaden schon als Kind, wenn es sich nicht ausleben kann und sein authentischer
Selbstausdruck immer wieder zu Problemen oder Ablehnung mit oder in der Umwelt führt. Auch fehlende Zuneigung der Eltern oder das Fehlen
von körperlicher Nähe können dazu führen. Orange und Weihrauch wirken sich also positiv auf diese beiden Chakren aus und gerade in der dunklen
Jahreszeit finde ich diese beiden Chakren besonders wichtig.

Für 12-15 Räucherkegel oder Räucherkugeln des Orangenweihrauchs brauchst du:
4 EL Orangenschale, getrocknet
4 EL Weihrauch
1 TL Honig
20 Tropfen ätherisches Öl Litsea Cubeba oder verdoppele die Orange auf 40 Tropfen
20 Tropfen ätherisches Öl Orange
evtl. Nerolihydrolat, kann durch Wasser ersetzt werden
1/2 TL Gummi Arabicum
Die Orangenschale kannst du schon getrocknet online beziehen oder du machst sie - so wie ich - selbst. Nutze die Schalen von Bio-Orangen
oder Bio-Mandarinen, die haben wir ja um diese Jahreszeit oft eh zu Hause. Wasche die Früchte, trockne sie gut ab und schäle sie. Zupfe oder
schneide die Schale in Stücke und gib sie auf ein Küchentuch. Sie sollten sich nicht überlappen und öfter am Tag mal gewendet werden.
Nach ca. 3 Tagen sind sie trocken und können weiter verarbeitet werden.
Beim Weihrauch habe ich mich für den Weihrauch Boswellia Dalzielli aus Nigeria entschieden. Er besitzt einen hellen Duft, der auch fruchtig-
frisch und zitrisch duftet. So eignet sich diese Sorte besonders gut für diese Mischung. Falls du mehr über Weihrauch wissen magst, lies doch mal
den blog-Artikel Weihrauch-Rosen-Salbe.

Für die getrocknete Orangenschale mußte wieder meine elektrische Kaffeemühle herhalten, um ein Pulver herzustellen. Siebe dir auch hier wieder
ca. 1 guten TL ab, um ein feines Pulver zu haben. Darin werden die fertigen Räucherkegel später gewälzt.
Der Weihrauch wird im Mörser fein zermahlen. Bitte nutze auch hier kein elektrisches Mahlwerk, damit es dir nicht mit dem Weihrauchharz
verklebt. Mische die beiden Pulver mit dem Gummi arabicum und vermische alles. Gib etwas Nerolihydrolat oder Wasser dazu und die ätherischen
Öle und verrühre alles mit dem Honig. Das Hydrolat gib bitte tropfenweise dazu, denn du brauchst nicht viel. Nerolihydrolat ist übrigens das
Orangenblütenwasser und duftet wunderbar. Ich nutze es auch gerne, ebenso wie das Rosenhydrolat pur als Gesichtswasser.
Litsea Cubeba Öl kommt aus den Kernen der Früchte eines kleinen, asiatischen Strauchs. Auch die Blätter enthalten einen hohen Citral-Anteil
und so duftet das Öl stark zitrisch und nach Lemongras.

Lasse die Mischung einen Moment stehen, damit das Gummi arabicum seine Bindungsfähigkeit beim Aufquellen entfalten kann.
Nimm dir dann etwas von der Masse ab und teste ob du die Mischung zusammenpressen kannst und alles zusammenhält. Wenn ja, kannst du
in deinem Handballen mit dem Daumen und Zeigefinger der anderen Hand kleine Kegel formen. Wenn die Mischung nicht hält, gib evtl.
noch etwas Hydrolat oder Honig dazu und mache die Probe noch einmal.
Forme die Kegel oder Kugeln, bis die Masse verbraucht ist und gib deinen Orangenweihrauch auf ein kleines Brett oder einen Teller zum Trocknen.
Die Trockenzeit liegt bei 2-4 Tagen, je nach Wärme und Luftfeuchtigkeit deiner Wohnung. Stelle sie nicht auf die Heizung, sonst verfliegen die
ätherischen Öle schneller.


Nun sind die Kegel bereit zum Räuchern, am liebsten auf Kohle mit einem dünnen Sandbett. Pur auf Kohle verbrennen sie mir zu schnell.
Wenn du nur ein Räuchersieb hast, nimm eine kleine Kupferplatte, damit dir das Sieb nicht durch den Weihrauch verklebt.
Das Ritual:
Nimm ein Bad mit Orangensalz oder eine Dusche mit Orangenöl, mache dir einen Tee aus Bio-Orangen- und Zitronenschalen. Mach dir gute Laune-
Musik an, zu der du gerne tanzt und tanze mit dem ganzen Körper, nutze dazu ausdrucksvolle Bewegungen mit viel Bewegung in den Hüften und
der Bauchregion. Tanze bis du völlig aus der Puste bist und nicht mehr kannst.
Dann nutze eine orange Decke oder kuscheliges Licht, zünde gelbe Kerzen oder Kerzen in orange an. Mach es dir gemütlich, leg dich hin, entzünde
dein Räucherwerk und komme zur Ruhe. Sorge bitte dafür, dass dein Räucherwerk sicher steht, wenn du in die Meditation gehst.
Visualiere die Sonnenfarben, lege eine Hand auf dein leuchtendes Juwel und die andere Hand auf dein Sakralchakra. Atme tief in deinen Bauch,
schiebe den Atem bis in beide Chakren. Schick den Atem abwechselnd von einem zum anderen Chakra. Verdopple die Sekundenzahl des
Einatmens beim Ausatmen (3 Sekunden Einatmen, 6 Sekunden Ausatmen), das signalisiert dem Körper Sicherheit. Visualisiere deine Kreativität,
deine Leidenschaft, deine Lebensfreude im Sakralchakra. Visualisiere im Solarplexus deine Ziele so, als ob du sie schon umgesetzt hast, sieh dich
als Schöpfer deines Lebens und fühle, dass du dich immer auf dich selbst verlassen kannst.
Konzentriere dich auf deine Hände, spüre die Wärme in Ober- und Unterbauch und stelle dir vor, wie deine eigene, helle Sonne in dir leuchtet:
Kraftvoll, strahlend, warm und feurig und spüre wie diese Wärme und das Strahlen sich von deinem Bauch in den ganzen Körper ausbreitet.
Stelle dir sie Strahlen vor wie ein Rad, dass sich dreht. Spüre hinein und nach und nimm dir dafür solange Zeit, wie du magst. Wenn du dich aufgeladen
hast, beende das Ritual und nimm diese Energie mit in die nächsten Tage.
Bitte lies den Disclaimer, wenn du die Rezepte nachmachen oder Pflanzen - egal welcher Art - ausprobieren möchtest.
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