Harz- oder Waldweihrauch-Balsam

 

Für den Herbst und Winter ist vorgesorgt. Nach der Weihrauch-Rosen-Salbe habe ich noch einen Waldweihrauch-Balsam gezaubert.

Ein Balsam mit desinfizierender, antibakterieller Wirkung, der auch die Durchblutung fördert. Auf kleine Wunden oder Entzündungen

aufgetragen, hilft er bei der Wundheilung. Auch kannst du den Balsam bei kalten Füßen probieren oder zur Einreibung der Brust,

wenn du erkältet bist, denn er wirkt wärmend und schleimlösend.

 

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Baumharz hat wahrscheinlich jeder von euch schon mal gefunden. Er wird auch der Weihrauch oder das Gold des Waldes genannt oder bekannt

ist er auch als Baumpech. Wird ein Baum verletzt oder machen sich Tiere über den Baum her, reagiert er mit der Harzproduktion. Im Inneren der

Pflanze gibt es Harzzellen, durch kleine Harzkanäle wird das Harz dorthin transportiert, wo es bei Verletzungen benötigt wird.

Das Harz dichtet die Wunde ab und trocknet. Fraßfeinde mögen Harz nicht und suchen sich neue Pflanzen oder kleben am Harz fest. Als

Wundverschluss hilft es den Bäumen gegen das Eindringen von Bakterien, Viren oder Pilzen.

Bei uns sind es überwiegend die Nadelbäume, wie Fichten, Lärchen, Kiefern und Douglasien, die Harze produzieren. Das Gold des Waldes 

besteht überwiegend aus Harzsäuren- und Harzalkoholen, den Terpenen, Phenolen und Gerbstoffen. 

Ansonsten gibt es noch den Amberbaum (Liquidambar), der Harz produziert. Räucherfans ist er bestimmt bekannt, denn sein Harz ist das Styrax

oder Falsche Styrax mit seinem nach Vanille duftenden beruhigenden, warmen und tröstenden Wirkung beim Verräuchern. Der Name Liquidambar

kommt von den Worten "liquidus - flüssig", und von "ambar - Bernstein", also flüssiger Bernstein. Sein Laub verfärbt sich im Herbst spektakulär in

alle wunderbare Herbstfarben.

 

Auch bestimmte Obstbäume harzen, z. B. die Pflaume, der Pfirsich oder die Kirsche. Dies ist aber kein echtes Harz, sondern eher ein Gummi

und wirkt auch nicht wie ein Harz. Es ist eher so, dass die Bäume durch klimatische Bedingungen oder Schädlingsbefall geschwächt sind.

Dann tritt dieser Gummifluss auf. Es ist also kein gutes Zeichen, wenn ein Obstbaum "harzt", denn es kann seine Leitbahnen verstopfen und

sogar zum Absterben des Baumes führen. 

 

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Du kannst das Harz der Bäume sammeln und vorsichtig von der Rinde kratzen. Nimm bitte nur das heruntergelaufene Harz, denn das Harz ist

ja der Wundverschluss des Baumes und du magst auch nicht, wenn dir jemand den Schorf von deiner Wunde abkratzt :) Öle dir am besten dazu

die Finger ein, sonst werden sie ziemlich klebrig, und das lässt sich nicht einfach abwaschen. 

 

Obwohl Harz bei uns nicht unbedingt als Lebensmittel zugelassen ist: Probier es doch mal als Kaugummi. Nutze dazu ein Fichtenharz - Pech kauen

hat Tradition. Es sollte nicht mehr flüssig, aber noch nicht fest sein. Schieb es im Mund etwas hin und her, nicht gleich drauf beißen! Sonst klebt es

dir gleich in den Zähnen! Wärme es erstmal ein wenig auf, bis sich die Konsistenz ändert. Falls du dich nicht traust, aber trotzdem mal wissen willst,

wie das schmeckt: Im Handel gibt es z. B. Alpengummi -  ein Kaugummi aus Bienenwachs mit Föhrenharz und verschiedenen Geschmäckern. 

In Griechenland gibt es auch den Retsina - einen sehr bekannten Weißwein. Heute wird der Wein bei der Gärung mit Harzstückchen versetzt,

was ihm sein typisches Aroma gibt. Früher entstand sein Geschmack dadurch, weil es im alten Griechenland üblich war, die Weinamphoren mit

Harz luftdicht zu verschließen. Dies hinterließ im Wein diesen Harzgeschmack. 

Auch das Harz des Mastix-Strauches (Pistacia lentiscus) wird genutzt. Die "Tränen des Chios" werden dort zum Würzen von Fleisch oder zum Backen

von Keksen und Brot verwendet, z. B. dem typischen Osterbrot. Mastix-Harz ist auch Bestandteil von Zahnpasta, Seifen und Kosmetik.

 

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Nun machen wir den Balsam. Ich habe jetzt 3 Tiegel gemacht, 2x 20 g, 1x 50 g, zusammen also 70 g.

 

Dafür brauchst du: 

 

45 g Olivenöl

2 EL Harzstücke 

 

Ähnlich wie bei der Weihrauch-Rosen-Salbe wird das Harz im Mörser zerkleinert und fein gemahlen. Nutze bitte auch hier kein elektrisches

Mahlwerk, denn es verklebt durch die Wärmeentwicklung und es ist äußerst schwierig, es wieder zu reinigen. Ich würde dir auch empfehlen, ein

altes Gläschen für den Heiss-Auszug zu nutzen, denn auch dies bleibt klebrig. Zum Umrühren nutzt du am besten ein Holzstäbchen. Als Alternative

kannst du das Harz auch in einen Papier-Teefilter geben und in das Öl hängen, dann bleiben Rückstände, wie kleine Holz- und Rindenstücke auch

gleich im Beutelchen. Ich hatte hier Harz von der Fichte, weil ich hier bei uns im Wald dieses am meisten finde.

 

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Setze dir ein Wasserbad an und erhitze in deinem feuerfesten Glas sanft das Olivenöl. Dann gibst du das Harzpulver hinein und rührst es

immer wieder durch. Das Wasserbad sollte leise köcheln, denn das Harz muss erstmal schmelzen. Der Heissauszug dauert mindestens

1 Stunde, ich habe das Harz 2 Stunden ausziehen lassen. Dabei solltest du immer wieder den Stand deines Wasserbades kontrollieren und

gelegentlich nachfüllen. Das Harz sollte immer wieder gerührt werden.

 

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Nach den 2 Stunden muss das Harz abgefiltert werden. Dies geht gut mit einem alten Teesieb oder durch einen Kaffeefilter aus Papier.

Beachte bitte, dass der Papierfilter Öl zieht und nimm beim Ölauszug 5 g mehr Öl. Das ist hier im Rezept schon berücksichtig.

 

Für den Harz- oder Waldweihrauch-Balsam brauchst du nun:

 

40 g des Harz-Öls

15 g Kamillenöl

15 g Traubenkernöl (wenn du keines der beiden Öle hast, kannst du auch 30 g Olivenöl dazugeben)

9 g Bienenwachs

 

optional: 10 Tropfen ätherisches Fichtennadelöl, 6 Tropfen Lavendelöl

 

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In einem Wasserbad schmilzt du das Bienenwachs im Harz-Ölauszug, wieder bei sanfter Hitze. Bereite deine Tiegel vor, am besten wischt du sie mit

Alkohol aus. Rühre die beiden Öle unter und verrühre alles gut. Ist das Wachs geschmolzen, nimm dein Glas aus dem Wasserbad und lasse es 

einen Moment abkühlen. Dann rühre zügig deine ätherischen Öle unter und fülle deinen Balsam in die Tiegel ab. Lasse alles offen auskühlen,

damit sich kein Kondenswasser absetzt, denn das kann eventuell die Haltbarkeit deines Balsams herabsetzen.

Wenn du deinen Balsam lieber etwas fester wie eine Salbe magst, erhöhe die Bienenwachsmenge auf 12 g. 

Bewahre ihn kühl auf, dann hält er ca. 1 Jahr. Dazu nimmst du am besten nur mit einem Spatel die benötigte Menge heraus, damit über deine

Finger keine Keime in den Balsam gelangen. Unten findest du noch etwas zur Wirkung der Öle. 

 

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Das Traubenkernöl habe ich gewählt, da es die Entzündunghemmung des Balsams unterstützt, es antioxidativ wirkt und einen hohen Linolsäure-

anteil besitzt, es stärkt die Hautbarriere, bewahrt die Feuchtigkeit der Haut, lindert Rötungen, hilft bei Unreinheiten und Reizungen und

reguliert die Talgproduktion. Kamillenöl ist Bisabolol- und Chamazulen-haltig, es hilft gereizter, entzündeter Haut, wirkt heilend auf Rötungen

und Unreinheiten. Das zusätzliche Fichtennadelöl verstärkt die entzündungshemmende Wirkung des Balsams, es wirkt ebenso wie das Lavendelöl

beruhigend und entspannend auf die Seele. Das Lavendelöl wirkt antibakteriell, hautberuhigend, entzündungshemmend und antimykotisch. 

 

Mit auf die Fotos musste unbedingt mein letztes kleines Geschenk, dass mir ein Eichelhäher bei meinem letzten Waldbesuch gemacht hat:

Eine wunderschöne Flügelfeder mit seinem tollen, blauen Muster :)

 

Vor dem Ausprobieren von Pflanzen und Rezepten: Lies bitte den Disclaimer.

 

 

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